FRAGMENTS OF TIME
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URBEX-Blog 

Delve into the sunken realms all around us. Step in and have a chat with the ghosts of the past. 

Haunted Hill Mansion

4/2/2026

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Heilstätten am See

3/29/2026

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"He realizes he can flick through these old stories
like through a picture book, nothing forgotten, no pictures faded.
Whenever he wants, he can see it all in his mind’s eye – [...]
the broad curved staircase, every single room,
​the way the beds were arranged on the ward [...]."


("August", Christa Wolf)


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Die Heilstätten Grabowsee blicken auf eine ebenso faszinierende wie bewegte Geschichte zurück. Gegründet im Jahr 1896 durch das Deutsche Rote Kreuz, gehörte sie zu der ersten Lungenheilstätte in der norddeutschen Tiefebene. Damals galt die frische Luft als wichtigste Therapie gegen Tuberkulose – und Grabowsee wurde zu einem Experiment: Konnte Heilung auch fernab von Bergen und Meer gelingen?

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Anlage stetig weiter. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Landesversicherungsanstalt Brandenburg die Einrichtung und baute sie aus. Die Heilstätte wurde zu einem bedeutenden Ort der medizinischen Versorgung – ruhig gelegen, umgeben von Wald und Wasser, fast wie eine eigene kleine Welt.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann ein völlig neues Kapitel. Ab 1945 nutzte die sowjetische Armee das Gelände als Militärlazarett. Über Jahrzehnte hinweg blieb der Ort für die Öffentlichkeit unzugänglich und wandelte sich von einem Ort der Heilung zu einem streng abgeschirmten militärischen Bereich.
Erst nach dem Abzug der Truppen Anfang der 1990er-Jahre wurde das Gelände wieder freigegeben – doch eine neue Nutzung blieb aus. Seitdem verfällt die einstige Heilstätte langsam. Heute üben die verlassenen Gebäude mit ihrer Mischung aus Verfall, Geschichte und stiller Natur eine besondere Faszination aus – ein Ort, der Vergangenheit atmet und gleichzeitig Raum für neue Geschichten lässt.

Die Heilstätten sind rund um die Uhr bewacht und können nach Absprache offiziell besichtigt werden. 

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The Grabowsee sanatorium look back on a history that is as fascinating as it is eventful. Founded in 1896 by the German Red Cross, it was among the first pulmonary sanatorium in the North German lowlands. At the time, fresh air was considered the most important therapy for tuberculosis—and Grabowsee became something of an experiment: could healing succeed even far from the mountains or the sea?
In the decades that followed, the site continued to develop steadily. After the First World War, the Landesversicherungsanstalt Brandenburg (Brandenburg State Insurance Institution) took over the facility and expanded it. The sanatorium became an important center of medical care—quietly situated, surrounded by forest and water, almost like a world of its own.
With the end of the Second World War, an entirely new chapter began. From 1945 onward, the Soviet Army used the site as a military hospital. For decades, the area remained inaccessible to the public and transformed from a place of healing into a strictly restricted military zone.

It was only after the withdrawal of the troops in the early 1990s that the site was reopened—yet no new purpose was established. Since then, the former sanatorium has slowly fallen into decay. Today, the abandoned buildings, with their blend of deterioration, history, and quiet nature, hold a unique fascination—a place that breathes the past while leaving space for new stories.

The sanatorium grounds are monitored around the clock and can be officially visited by prior arrangement.
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Alte Postkarte von ca. um 1900 - Old Postcard from around 1900
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(gemeinfrei - in the public domain)
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Sanatorio Silent Hill

3/22/2026

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"So I pad through the dark
And call you on the phone
Push your old numbers
And let your house ring
'Till I wake your ghost."


(Kristin Hersh, "Your Ghost")
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Das alte Tuberkulose-Sanatorium befindet sich in Norditalien. Trotz seines grell-orangenen Fassadenanstrichs ist es ein eher finsterer Kubus, der plötzlich hinter einer Kurve der sich den Berg hinaufwindenden Straße auftaucht. Erbaut wurde es bereits in den 1930er Jahren. 1936 wurde es dann feierlich durch den „Duce", Benito Mussolini, höchstpersönlich eröffnet. Der Komplex bestand aus drei Gebäuden im Pavillonstil. Ein Teil des Areals ist noch immer in Betrieb. So treffen heute an diesem Ort  Geschichte und Moderne aufeinander. 

Wir schleichen um das Gebäude herum und finden einen kleinen, aber sehr unscheinbaren Eingang, der uns in eine Parallelwelt zu führen scheint. Im Innern begrüßt uns erst einmal eines: absolute Finsternis. Es dauert einen Moment bis sich die Augen an das wenige Tageslicht gewöhnen, das durch die geschlossenen Laden durchdringt. Aber natürlich sind wir auch mit Taschenlampen ausgerüstet. Je höher wir die Etage hinaufsteigen, desto mehr spielt uns der Wind sein gar apokalyptisch anmutendes Lied und egal wohin wir gehen, es folgt uns in jeden Raum und durch jeden Korridor. Schlagende Türen und Fenster stimmen ebenfalls mit ein. Das Gebäude spielt uns ein unheimliches Konzert, das seinesgleichen sucht. Ein paar Schritte weiter im nächsten Korridor werden plötzlich Tauben aufgescheucht. Der Wind heult fast ohrenbetäubend in den oberen Stockwerken. Durch die Laden kann man auch etwas erkennen, wie hoch oben man sich wirklich befindet. Liegekuren in der frischen Bergluft. Vor Entdeckung des Penicillins war diese Freiluftkur einst eine der verbeitesten Behandlungsmethoden um der grassierenden Tuberkulose in Europe Einhalt zu gebieten und um die Genesung voranzutreiben.

Einen spannenden und geschichtsträchtigen Ort lassen wir nach unserer Erkundung hinter uns. Hier und da war es uns fast, als wäre noch der ein oder andere Geist aus der Vergangenheit durch die Gänge gepoltert - so laut und permanent war die Geräuschkulisse im Innern. Nach hunderten von erkundeten Orten war mir eine derartige wirklich noch nie untergekommen. Wer weiß, was die Zukunft bringen mag. Vielleicht wird dem Gebäude wieder Leben eingehaucht oder der noch aktive Teil begibt sich eines Tages ebenfalls in den Dämmerschlaf. Dann wäre ein wahres „Silent Hill" auf dem einsamen Berg entstanden. 

The old tuberculosis sanatorium is located in northern Italy. Despite its bright orange façade, it is a rather gloomy cube that suddenly appears behind a bend in the road winding up the mountain. It was built as early as the 1930s and was ceremoniously inaugurated in 1936 by the “Duce,” Benito Mussolini himself. The complex originally consisted of three pavilion-style buildings. Part of the site is still in operation today, so history and modernity meet in this place.

We sneak around the building and find a small, very inconspicuous entrance that seems to lead us into a parallel world. Inside, we are first greeted by one thing: absolute darkness. It takes a moment for our eyes to adjust to the faint daylight filtering through the closed shutters. Of course, we are also equipped with flashlights. The higher we climb, the more the wind plays its almost apocalyptic song, following us into every room and along every corridor. Slamming doors and windows join in. The building creates an eerie concert unlike anything else. A few steps further down the next corridor, pigeons are suddenly startled. The wind howls almost deafeningly on the upper floors. Through the shutters, you can also get a sense of just how high up you really are. Rest cures in the fresh mountain air—before the discovery of penicillin, this open-air treatment was once one of the most widespread methods of combating the rampant tuberculosis in Europe and promoting recovery.

After our exploration, we leave this fascinating and historically rich place behind. At times, it almost felt as if one or two ghosts from the past were still rumbling through the corridors—the noise inside was that loud and constant. After hundreds of explored locations, I had never experienced anything quite like it. Who knows what the future may bring? Perhaps the building will be brought back to life, or the still -active part will one day fall into slumber as well. Then a true “Silent Hill” would have emerged on that lonely mountain.
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© Luche Archivio: Mussolini 1936, visiting patients of the newly inaugurated sanatorium. 
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Brauerei Humbser Fürth

3/13/2026

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Quelle-Versandhaus Nürnberg

6/14/2025

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Im Jahre 1927 wurde das Versandhaus Quelle  - einst das größte in ganz Europa - ursprünglich in Fürth gegründet. Die Produktionshallen bzw. der Hauptsitz wurden später an die Fürther Straße nach Nürnberg verlagert. Gut 80 Jahre umfasst die bewegte Geschichte des Versandimperiums, das im Oktober 2009 ein jähes Ende fand. Mehrere tausend Mitarbeiter mussten sich unerwartet von einem Tag auf den anderen arbeitslos melden. Denn noch kurz zuvor wurde verkündet, dass man die Quelle um jeden Preis retten würde. Alles war blieb, waren jedoch letztlich nichts als leere Versprechungen. Ich selbst kann mich an den Tag erinnern, an dem der Schriftzug des Versandhauses abmontiert wurde und erinnere mich noch gut an das doch etwas beklemmendes Gefühl, das Ende einer Ära, die besonders auch die Region stark geprägt hatte, mitzuerleben. Zumal ich auch privat einiges mit dem Unternehmen verbinden kann.

Gustav Schickedanz, ein gelernter Kaufmann, gründete das Unternehmen, wie bereits erwähnt, im Jahr 1927. Später stieg seine zweite Ehefrau (die erste kam zusammen mit dem gemeinsamen Sohn sowie Gustav Schickedanz' Vater durch einen Autounfall ums Leben) Grete Schickedanz in das Geschäft mit ein. Beide führten dieses geschickt durch alle anstehende Höhen und Tiefen. 
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Zur Zeit des Nationalsozialismus erwarb Gustav Schickedanz aufgrund der Enteignung jüdischer Unternehmer die Rechte an einigen lokal renommierten Unternehmen, wie etwa den Tempo-Werken sowie einer regional bekannten Brauerei. Am Ende der 1930er Jahre hatte das Versandhaus bereits etwa zwei Millionen Stammkunden - das Unternehmen stellte sich als voller Erfolg heraus. 

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs, im Zuge des durch die Alliierten festgelegten, so genannten Entnazifizierungsprozesses, wurde er als "Mitläufer" eingestuft. So konnte er die Vollmacht über sein Unternehmen behalten. Nach dem Tod von Gustav Schickedanz im Jahr 1977 wurde das Unternehmen noch einige Jahre von seiner Witwe Grete Schickedanz und nach deren Tod dann von dem ersten und zweiten Ehemann der einzigen gemeinsamen Tochter, Madeleine Schickedanz, weitergeführt. Das Versandhaus wurde dann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Doch konnte dies die Quelle nicht vor ihrem Ruin retten. In die Fußstapfen von Gustav Schickedanz zu treten, schaffte letztlich niemand mehr. Die goldenen Zeiten des Versandhandels waren vorüber. Vor allem für die, die den Absprung ins Internetgeschäft nicht schafften. Leider war das Unternehmen Quelle eines davon.

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Abschließend ein paar Zeilen aus der Presse anlässlich der Trauerfeier von Schickedanz im Jahr '77:

"Keiner hat sie gezählt. Aber es dürften 25.000 Menschen gewesen sein, die sich in die endlose Warteschlange einreihten, um Abschied zu nehmen. „Ringsumher“, schreibt der Berichterstatter der Lokalzeitung, „herrscht bedrücktes Schweigen, und vor allem die altgedienten Mitarbeiter des Hauses nehmen weinend Abschied.“ Als am 31. März 1977 in der Fürther St. Paulskirche die offizielle Trauerfeier stattfindet, sind auch Josef Neckermann und Werner Otto unter den Gästen. Die Großen des deutschen Versandhandels sind gekommen, um Abschied von einem Größeren zu nehmen.

Gustav Schickedanz, den die Zeitungen den „Versandhauskönig“ nennen, hatte den Versandhandel revolutioniert, der deutschen Konsumgesellschaft ihr Gesicht gegeben und das Bild des gleichermaßen erfolgreichen und verantwortlichen Unternehmers geprägt. Zu seinem Vermächtnis gehört ein ordentlich bestelltes Haus - und der mächtige Schatten, in dem seine Nachfolger stehen, ob sie das wollen oder nicht." 

(Frankfurter Allgemeine, 20.10.2009, abgerufen am: 09.09.2015)
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Fotografien aus den 1980er Jahren - Photographs from the 1980s
(Veröffentlichung durch freundliche Genehmigung eines ehemaligen Mitarbeiters ​-
​ Published with kind permission of a former employee)

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(©S. Schäfer)

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The first catalogue 1928/29
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... and the last 2009/10
In the year 1927, the mail-order business Quelle - once Europe's largest one - was originally opened in the city of Fürth. The production halls were later trans-located to the Fürther Straße in Nuremberg. The history of this empire encompasses around 80 years with all its ups and downs. It came to a sudden end in 2009. Thousands of employees were suddenly without work. Very short before the unexpected end of the business, it was assured that Quelle wouldn't find an end. It was not more than a lie at the end. I can still remember the day when the former logo at the front of the mail-order business had to be removed. It was quite a sad day.  It was the end of an era. I also have private connections to the company. 

Gustav Schickedanz, a salesman, founded the business, as mentioned above, in 1927. Later, his second wife (the first one had died in a car accident, with the young son of them both and Gustav's father) Grete Schickedanz joined the business. Both were very successful and knew what they were doing. During the Nazi-era Mr. Schickedanz bought very well-known and profitable companies (of former expropriated Jews) like the famous works of the brand Tempo (German producer of soft tissues) or a very well-known local brewery. At the end of the 1930s the company had already around two million steady customers. 

During the denazification after WW II. Mr. Schickedanz was considered to be a "follower". In the end he was discharged and regained full commission of his company. After the death of Mr. Schickedanz, his widow kept things ticking over. A few years after her death the company became an incorporated company. Yet, the business was finally ruined. No one was able to follow the steps of Mr. Schickedanz, the "king of mail-order business", as the media had already titled him during his lifetime. But it is also only fair to add that the era of the internet definitely sealed the fate of the once booming mail-order trade. ​
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The final chapter: October or November of 2009, Removal of the Quelle-sign. (©F. Unverricht 2009)
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On the left, the Quelle-tower of the mail-order business, photo taken in February 2010, only few months after the closure. (Own work)
Weiterführendes/Further Reading:
1) Die Geschichte des Versandhauses Quelle auf Fürth Wikipedia
2) Zehn Jahre nach der Pleite: Wie Quelle unterging. 
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Zeitungsartikel auf nordbayern.de, 19.10.2019
3) Quelle - von Versandkatalogen, Konsumgeschichte und Technikläden. Auf: retropie.de, 28.12.2019
4) Fräulein Gretel von der Quelle. Auf: zeit.de, 05.06.2003

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Flughafen Berlin-Tempelhof

6/14/2025

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"No flying machine will ever fly from New York to Paris."
​(Orville Wright)
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Berlins Flughafen Tempelhof, der im am 08. Oktober 1923 feierlich eröffnet wurde,  war einst einer der größten Verkehrsflughäfen Deutschlands und einer der drei großen internationalen Verkehrsflughäfen in Berlin (neben Tegel und Schönefeld). Während des Nationalsozialismus sollte er das größte Flugkreuz in Europa werden (die typisch monumentale Bauweise zeugt davon) und wurde dementsprechend ausgebaut.

Zur Zeit des Kalten Krieges spielte dieser während der Blockade West-Berlins ( die Sperre betraf sämtliche Land- und Wasserwege zwischen dem 24. Juni 1948 und 12. Mai 1949 - offiziell endete die Versorgung über die Berliner Luftbrücke jedoch erst am 30. September '49) durch die Sowjets, welche die Westalliierten mit dem Aufbau einer Luftbrücke zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung beantworteten, eine zentrale Rolle.

Der Untergrund des Flughafens ist von einem ausgedehnten Keller- und Tunnelsystem durchzogen. Dieses umfasst auch einen alten Luftschutzkeller dessen Wände mit bunten Zeichnungen eines unbekannten Künstlers, inspiriert durch jene von Wilhelm Busch, verziert wurden. Vorrangiges Ziel war es, die Nerven der Schutzsuchenden während eines Luftangriffs, welche Berlin zahlreich zu ertragen hatte, zu beruhigen. 

​Am 30. Oktober 2008 wurde der Flughafen endgültig geschlossen.


Eine weitere und einmalige Besonderheit des Tempelhofer Untergrunds stellt der so genannte Filmbunker dar. Zu Kriegszeiten lagerten dort tonnenweise Filmmaterialien. 1945 verschafften sich die sowjetischen Truppen durch Sprengung der Eingangstür Zutritt zu dem Bunker. Dadurch entzündeten sich allerdings die gelagerten Filme, die, wie damals üblich, aus hochentzündlichem Zelluloid bestanden und der gesamte Inhalt des Filmbunkers wurde vernichtet. Tagelang war an ein Betreten des Bunkers nicht zu denken. Noch heute zeugen die Wände von dem einst wütenden Flammenmeer. Teile der Betonwände wurden durch die Hitze sowie die entstandene Druckwelle sogar stellenweise deformiert.  ​

Berlins airport Tempelhof (opened on October 08th, 1923) was one of Germany´s largest commercial airports and one of the three international airports of the city of Berlin among Tegel and Schönefeld. During the Nazi-era it was planned to convert it into the most important airport in Europe and was accordingly expanded (typical Nazi monumental style) by and by.

Tempelhof played a key role In the Cold War era during the "Berlin Blockade" set up by the Soviets which blocked all the roads, railways and canals into Western Berlin in order to avoid access by the Western allies. Consequently, the allies answered the blockade with the so-called "Luftbrücke" (Berlin Airlift) to maintain the supply of the people in West-Berlin.

The underground of the airport holds numerous tunnels, cellars and bunkers. One of them e. g. is a former air-raid shelter with drawings once made by an unknown artist and were inspired by the German poet and painter Wilhelm Busch (known for his children stories of "Max und Moritz").
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​The airport was closed for good on October 30, 2008. 

Another interesting part of the underground world of Tempelhof is the so-called "Filmbunker" which was used as an archive for film materials to protect them during WW II. In 1945 the Soviets used explosives in order to enter the bunker without knowing about the tons of highly flammable films (made of celluloid) stored inside and thus destroyed the whole inventory. As a consequence, they weren't able to enter the burnt-out bunker for days. Until today the walls blackened by smoke are silent witnesses of the fire once raging through the shelter. Due to the arising heat inside the bunker some of the concrete walls have even been partly deformed. ​
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Kent School, Waldniel-Hostert

6/14/2025

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"Man is the cruelest animal."
(F. Nietzsche)

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Das imposante Gelände im kleinen beschaulichen Ort Waldniel-Hostert in Nordrhein-Westfalen war zuletzt unter der Bezeichnung "Kent School" (1963 - 1992), einer britischen Sekundarschule für Kinder der britischen Streitkräfte, bekannt. Darüber hinaus fungierte es auch als Militärkrankenhaus unter dem Namen "British Military Hospital Hostert". Die Geschichte des historisch bedeutsamen Areals beginnt jedoch bereits im Jahre 1909, als durch den Franziskanerorden die Grundsteinlegung für das so genannte "St. Josesfsheim" erfolgte. Nach vierjähriger Bauzeit, im Jahre 1913 wurde dieses eröffnet und bis 1937 als Heim- und Arbeitsstätte für etwa 600 männliche Mensche mit Behinderung, betrieben.

​Nach 1937 erfolgte eine Umwandlung in die "Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Waldniel". Die Nazi-Zeit stellt auch das düsterste Kapitel in der Geschichte des Geländes dar. So wurde im Jahr 1941 die "Kinderfachabteilung" Waldniel eröffnet. In der Anstalt wurden im Rahmen der "Euthanasie"-Aktion T4 der Nazis weit über 500 Menschen getötet, darunter etwa 100 Kinder der "Kinderfachabteilung". Die Morde geschahen etwa durch eine Überdosierung von Luminaltabletten oder durch Essensentzug, also Tod durch Verhungern. Zwischen 1943 bis kurz vor Kriegsende diente das Areal als Ausweichkrankenhaus des Städtischen Krankenhauses Rheydt.

​Nach dem Krieg wurden die Gebäude u. a. als Erziehungsheim genutzt. Bereits 1951 wurde ein Teil des Areals von den Briten besetzt und als Lazarett genutzt. 1955 wurde dieses dann vom Bund, der es zwischenzeitlich erworben hatte, an die Briten vermietet. Ab diesem Zeitpunkt folgte eine intensive Nutzung durch diese für die kommenden 37 Jahre. Seit dem Abzug der britischen Truppen im Jahr 1992 liegt der größte Teil des Geländes brach und die Gebäude verfallen zusehends. 

Update 2025: Die Gebäude werden derzeit nach und nach renoviert. ​

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The impressive area in the small picturesque town Waldniel-Hostert in Nordrhine-Westphalia, Germany, was lastly known as "Kent School", which was a British secondary school for children of the British Armed Forces. It was also known and used as "British Military Hospital Hostert". Yet, the history of the area reaches back to the year 1913 in which Franciscan friars - after four years of construction time -  founded a home and working place, called "St. Josefsheim", for around 600 male people with disabilities. The Josefsheim was in use until the year 1937. In that year the institution was converted into the "Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Waldniel" (Psychiatric Hospital Waldniel).

​The Nazi-era was the beginning of the darkest chapter in the history of the building complex. In 1941 the so-called "Kinderfachabteilung" Waldniel (Special Children's Ward Waldniel) was established within the so-called "T4-campaign" (the "euthanasia" program of the Nazis which led to mass killings). As a result, more than 500 people were killed, among them around 100 children of the "Kinderfachabteilung". They were, for example, killed due to an overdose of Phenobarbital pills or were deprived food and starved to death. Between 1943 and near the end of WWII. the grounds were used as an alternative hospital of the Städtische Krankenhaus Rheydt (general hospital of the city of Rheydt).

​After the war, the buildings were, among other uses, used as an approved school. In 1951, part of the area was ceded to the British military and used as a military hospital. In 1955, the Federal State of Germany, which had bought the premises, rented it to the British Armed Forces. Since then, the grounds were intensively used by the British Army for the next 37 years. The British troops left in 1992. Since then the buildings have been left in a decaying state.

Update 2025: The buildings are being renovated.  
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Manicomio Dr. Rossetti

6/14/2025

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"I don't know what madness is. It can be everything and nothing. It is a human condition.
Madness is present in each of us as is reason. The problem is that society,
to be able to call itself civil, should accept reason as well as madness [...]"

(Franco Basaglia, 1984)
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Die ehemalige Psychiatrie in Norditalien, erbaut Ende des 19. Jahrhunderts, beeindruckt durch ihre Architektur sowie ihrer zugleich friedlichen als auch bedrückenden Atmosphäre, die von dem Gebäude ausgeht. Noch überall lassen sich Eindrücke eines der finstersten Kapitel der Einrichtung Psychiatrie erhaschen. Methoden wie die Psychochirurgie gehörten hier, wie in vielen anderen ähnlichen Einrichtungen dieser Zeit, leider nach wie vor zur Tagesordnung. Besonders dieser Ort hatte sich als einer der ersten seiner Art einen Namen bezüglich der frühen Methoden der Lobotomie gemacht. Die initiale Version der Lobotomie wurde von dem portugiesischen Psychiater Moniz entwickelt, woraufhin dieser 1949 den Nobelpreis in Medizin bekam. Später wurde diese Operationstechnik von dem US-Amerikaner  Walter Freeman weiterentwickelt und schließlich salonfähig. 

​In den 1970er Jahren kam es in ganz Italien zu einer Psychiatrie-Reform, initiiert durch den italienischen Psychiater Franco Basaglia, der die menschenunwürdigen Zustände dieser Einrichtungen anprangerte und nach und nach dessen Schließungen erwirkte. 
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Unser Weg führte uns durch die alte, weitläufige Parkanlage der ehemaligen Psychiatrie. Wir nahmen Arbeiter auf dem Gelände wahr, so mussten wir uns besonders unauffällig verhalten. Leider lag vor unserem Eingang ins Gebäude noch ein kleiner gemeiner, bezackter Eisenzaun. Klein und unscheinbar war dieser aber besonders schmerzvoll zu überwinden. Zu allem Übel kam in genau jenem Augenblick, als meine Begleitung direkt auf dem Zaun saß, ein Auto in hohem Tempo auf das Gelände gefahren. Vor Schreck sprang sie in einem Satz auf die andere Seite. Glücklicherweise ohne ernste Verletzungen. Entdeckt wurden wir, Fortuna war uns wohlgesonnen, ebenfalls nicht. So ging es endlich durch ein altes Kellerfenster ins Innere. Der eigentliche Zugang zum Kliniktrakt war jedoch wahrlich abenteuerlich. So hatten wir zuvor einen labyrinthartigen Gewölbekeller zu durchlaufen und einen engen Schacht mit Rohren zu durchklettern sowie zu durchkriechen - gerade genug Platz um hindurchzugelangen. All dies mit Sack und Pack, die Fotoausrüstung vor sich herschiebend. Für all die Mühen wurden wir jedoch schlussendlich belohnt und standen bald in einem von vier beeindruckenden Innenhöfe, in denen sich Ziegen aufhielten. Somit war unsere einzige Gefahr nur noch die, von dem dazugehörigen Hirten erwischt zu werden. Glücklicherweise sind wir ihm nie begegnet, obwohl es immer wieder deutliche Spuren seiner Anwesenheit gab, so hörten wir etwa des Öfteren metallische Geräusche und dann auf einmal sehr eilige Schritte direkt ein Stockwerk unter uns, die uns einen gehörigen Schrecken eingejagt hatten. Nach ein paar Minuten reglosem Ausharrens in einem dunklen Raum neben dem ehemaligen Operationssaal konnten wir jedoch durchatmen. Zu guter Letzt noch ein letzter Schreck - ein von der Straße her plötzlich schrillender Feueralarm, der ohrenbetäubend durch die alten Gänge hallte und sie unangenehm ausfüllte. Fast zeitgleich setzte dazu noch das Läuten von Kirchenglocken ein. Ein sehr surreales Gefühl, wie diese lebendigen Geräusche die Stille dieses Ortes, regelrecht betäubend, zu zerfetzen vermochten. 


Im Allgemeinen habe ich diesen Ort als sehr friedlich empfunden. Architektonisch war es sicherlich einer der schönsten Orte, die ich je gesehen habe. Allerdings ließen sich auch Gedanken an die sehr dunkle Vergangenheit dieses Ortes nicht völlig ausblenden. Man fragt sich unwillkürlich, wer hier drin verwahrt wurde und versucht sich mögliche Gründe auszumalen. Wer mag alles auf dem Operationsstuhl gesessen haben? Wem mag hier ein Teil der eigenen Identität ausgelöscht worden sein? Was mag den Menschen durch den Kopf gegangen sein, die gezwungen waren ihr Leben hinter diesen dicken Mauern zu verbringen? Die gezwungen waren durch dieses schier endlos wirkende Labyrinth an Gängen zu irren, Tag für Tag - nur noch mit einer vagen Ahnung vom Leben dort draußen im Kopf?  ​

The abandoned asylum (built in the end of the 19th century) impresses with its both stunning architecture and the mixture of a peaceful and depressing atmosphere as well. Still you can get a glimpse of the darkest chapter of "mental health care". Getting a glimpse of a time when methods like psycho surgery were still on the agenda and were considered a normal procedure. Especially this place was famous for its early lobotomy methods (developed by the Portuguese psychiatrist Moniz who was in 1949 even awarded the Noble prize in Medicine for it - long before his American colleague Dr. Freeman developed the method and made it even more popular.)

​In the 1970s there was a reform concerning the mental hospitals, initiated by the Italian psychiatrist Franco Basaglia, who criticized the inhuman conditions in these institution. This reform led to the gradual closure of all mental institutions throughout the country. 

Our way leads us through the old and extensive park of the former mental hospital. We spotted workers on the grounds and had to be especially careful. Unfortunately, a small iron fence was between us and our entry. It appeared small and easy to climb but in reality it became a pretty hurtful experience. To make matters worse a car speeding up appeared all of a sudden. In that very moment my friend sat on top of the fence and quickly jumped down. Fortunately, she didn't get hurt at all and fortunately, we didn't get spotted as well. Finally, we entered the building trough a maze-like cellar. As if this wasn't enough, we had to crawl through a narrow shaft and climb over pipes or squeeze underneath them. But as soon as we stood in one of the impressive patios of the former asylum we definitely felt more than rewarded for our efforts. As goats lived on the grounds, the most danger now was to be spotted by the goat-herder. Fortunately, we never came across him directly but sometimes heard metallic noises and then suddenly quick footsteps a floor beneath us. Out of fear we were hiding in a dark corner next to the old operating room. My personal biggest fright was a very loud fire alarm suddenly starting off followed by ringing church bells at the same time. It was both a surreal feeling and an extremely deafening noise. 


In general the old building appeared to be pretty peaceful and was surely one of the most beautiful ones I have ever seen when it comes to the architecture. But it is almost impossible not to think about its more than dark past. Thinking about the people who had to live within those walls and thinking about the possible reasons for their stay. Asking yourself what they might have thought and felt when they had to walk through that maze of floors behind those thick walls that locked them away and excluded them from society and the world itself. Asking yourself who was forced to sit down in that old operating chair and was stolen parts of his or her own identity while doing so. I am still thinking about it today. ​
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Anstaltsfriedhof - "Cemetery of the Insane", Rekem, Belgium

6/14/2025

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"A child said to me What is the grass? fetching it to me with full hands; [...]
And now it seems to me the beautiful uncut hair of graves."


(Walt Whitman, "Song of Myself, 6)

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Eine ganz eigene Stille liegt über allem. Friedlich ist es hier. Heidekraut, zu einem Teppich zusammengewachsen, wuchert zwischen den verwitterten Kreuzen. Einst aus schmucklosem Stein gehauen, markieren sie hier die sterblichen Überreste eines Menschen, der in der nahe gelegenen psychiatrischen Klinik zwischen 1921 und 1981 verstorben war. Bei Gründung des Anstaltsfriedhofs im Jahr '21 trug das Krankenhaus noch die offizielle Bezeichnung, dem Jargon der Zeit geschuldet, "Rijkskrankzinnigengesticht" (zu deutsch etwa "staatliche Irrenanstalt"). Um die 1750, ausschließlich männliche, Patienten liegen hier begraben. Der letzte, wie bereits oben erwähnt, wurde im Jahr 1981 beigesetzt. 
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Die Gräber sind sehr schlicht gehalten. Die einzelnen Steinkreuze tragen lediglich kleine Metallplatten mit dem Namen, sowie dem Geburts- und Sterbedatum des jeweiligen Patienten. Man kommt nicht umhin, sich zu fragen, welche Schicksale hinter den Namen stecken mögen und wie viele letztlich, wie früher oft üblich, ihr gesamtes Leben in staatlicher Verwahrung verbringen mussten. Gemein haben sie jedenfalls alle, dass sie zumindest die letzte Zeit ihres Lebens dort verbringen mussten. 

Die Grabstätte selbst liegt mitten im Wald versteckt und strahlte am Tag meines Besuchs eine mehr als friedliche Atmosphäre aus. Sicher war dies auch der Tatsache geschuldet, dass die Sonne unbarmherzig auf die Steinkreuze knallte und das Heidekraut dem Ganzen noch zusätzliche Farbe verlieh. Ein heißer Spätsommertag mag anders wirken, als beispielsweise ein kalter, nebliger Novembertag. Trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass mich das Wetter an jenem Tag all zu sehr geblendet hatte. All die gleichförmigen, aneinandergereihten Kreuze, die verblichenen Plastikblumen und teils undefinierbare Gegenstände einer ganz eigenen Erinnerungskultur an den Kreuzen berühren doch ungemein.
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​Kurz vor dem Verlassen des Geländes erblicke ich eine wohl neu hinzugekommene Plüschmaus auf einem der Kreuze sitzend und doch bereits mit einer Spinnwebe am Kopf. Auch sie wirkt seltsam deplatziert. Mein Blick fällt gen Zaun, der den Friedhof umgibt. Eine Frau, mitten im Wald stehend, betrachtet mich, oder vielleicht auch lediglich das Areal an sich. Wie angewurzelt steht sie dort und in mir machten sich leise Zweifel breit, sie würde es vielleicht nicht gut heißen, mich auf dem Friedhofsgelände zu sehen. Doch als ich näher komme, kann ich erkennen, dass es sich um eine Patientin, der heute noch vorhanden Klinik handelt, die sich wohl bei einem Patientenausflug durch den Wald kurz abgesetzt hatte. Gerne hätte ich ihre Gedanken erfahren. Als ich mich dem Zaun nähere, verschwindet sie im Wald.

It is a special kind of silence that can be felt all over that place. It is peaceful. Heather is growing like a carpet and right between all the weathered stone crosses. Once made out of plain stone, they now mark the human remains of former patients of the nearby psychiatric hospital, who deceased between the years 1921 - 1981. As the cemetery was opened in '21 the hospital was still named "Rijkskrankzinnigengesticht"  ("public mental hospital") - a customary term at that time. Around 1750 - exclusively male - patients were buried here. As mentioned above, the last one in 1981.

The graves are designed in a very simple manner. The individual stone cross only contains a metal plate with the name as well as the date of birth and death of the patient in question. You can't help it but ask yourself what kind of lives they might had had. It was not uncommon that patients had to spend a significant part of their lives in such institutions, not to say even their whole lives. One thing is certain at last. They all had to spend the rest of their lives within an institution, which excluded them from society.

The graveyard itself is located right in the middle of the woods. Thanks to the sunny weather of a late summer's day, it helped to find the atmosphere more peaceful than anything else. The sun was shining and created an immense heat between the stone crosses and the heather growing all over the place, just helped to add friendliness to the whole scenery. I am sure that a cold, misty November's day would have changed the whole atmosphere completely. Yet, the friendly weather that day couldn't delude me from that gloomy mood arising from deep down. All those seemingly perfect stone crosses in a row, those bleached out plastic flowers on some of the graves and further, partly indefinable objects being found on the site - remnants of an unique culture of memory - made me feel quite uneasy. 

Shortly before leaving the grounds, I spotted a pretty new-looking plushie, a mouse. Sitting right on one of the crosses, already with cobwebs on its head. It really appeared out of place. My gaze settled on the fence around the burial site. Right in the middle of the woods, I could see a woman standing on the other side of the fence. Rooted at the spot and gazing back at me. Or maybe she wasn't even looking at me, but the whole scenery itself. I started to feel a bit uneasy, as I feared she wouldn't like me to be right in the middle of that burial site. Yet, when I started to approach her, I was able to recognize her as a patient of the still existing psychiatric hospital nearby. Apparently, she was on an excursion through the woods with other patients, but had left the group for a short time. I really asked myself, what her thoughts were. I'll never know. Coming nearer, she disappeared in the thicket and I left the cemetery grounds. ​
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DB-Bunker Nürnberg

6/14/2025

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"Und wir singen im Atomschutzbunker:
Hurra, diese Welt geht unter!"

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(K.I.Z. ft. Henning May, "Hurra, die Welt geht unter")

Aus dem gerade noch belebten Foyer des DB-Museums in Nürnberg geht es eine Treppe in den Keller des Gebäudes hinab. Am Ende der hauseigenen Werkstatt befindet sich eine unscheinbare Tür, die noch tiefer in die Unterwelt führt. Einmal über die Schwelle getreten, ist bereits die erste Schleuse des alten Atombunkers passiert. Der Bunker selbst, wenn er auch nicht mehr in seiner heutigen Gestalt besteht, stammt ursprünglich bereits aus dem Jahr 1934, als die Deutsche Reichsbahn dort ihre Befehlsleitstelle untergebracht hatte. Zu Zeiten des Kalten Krieges, in den 1970er Jahren, wurde der Schutzraum dann hinsichtlich eines potentiellen Atomschlags entsprechend modernisiert. 

Der ehemalige Atombunker stellt eine kleine Besonderheit dar, da er nicht als Schutzraum für die Zivilbevölkerung vorgesehen war. Stattdessen hätte er im Falle eines Dritten Weltkrieges ausschließlich als Leitstelle der Deutschen Bundesbahn, die von etwa 100 Beamten besetzt gewesen wäre, dienen sollen. Diese hätten in dem 1000 qm großen Bunker​, der 28 Räume beinhaltet, nicht nur strahlungssicheren Schutz gefunden, sondern wären vor allem für die Koordination des kriegswichtigen Zugverkehrs (u. a. zwischen Truppenübungsplätzen) in Nordbayern zuständig gewesen. Dies wäre exakt zwei Wochen möglich gewesen, danach hätten sich die Bunkertüren geöffnet, da die Versorgung nicht länger vorgesehen war. Was man danach an der Oberfläche vorgefunden hätte, mag man sich nicht vorstellen. 

Leaving the busy foyer of the DB-Museum in Nuremberg a staircase leads into the cellar of the building. Right at the very end of the in-house workshop, an unimpressive door leads even deeper into the grounds. Once stepping across the threshold, the first air-lock of the former fallout shelter is already passed. The bunker itself, even if it is not in its original state anymore, dates back to the year 1934 when the Deutsche Reichsbahn (the German national railways company back then) established a coordination center there. In the 1970s, during the Cold-War-period, the shelter was modernized in order to offer protection from a potential nuclear strike. 

The former nuclear shelter is special as it was not built as shelter for civilians but again as coordination center for approx. 100 civil servants of the Deutsche Bundesbahn (former Reichsbahn; the German national railway company until 1994). The officials wouldn't have only found shelter from radiation in the 1000 qm large bunker containing of 28 rooms, but they would have mainly coordinated the railroad-traffic relevant to the war of Northern Bavaria (e. g. between military bases). They would have worked and lived there for exactly two weeks, after this time the bunker doors would have opened up and released the bunker crew into a new world - or the remains of it - that probably cannot be imagined. ​
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