FRAGMENTS OF TIME
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URBEX-Blog 

Delve into the sunken realms all around us. Step in and have a chat with the ghosts of the past. 

Die Klinik am Hang

6/14/2025

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“The world is come upon me, I used to keep it a long way off,
​But now I have been run over and I am in the hands of the
 hospital staff.” 


(Stevie Smith)

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Viel ist nicht bekannt über die alte Klinik. Geradewegs auf einer Fahrt ins Blaue versuchten wir unser Glück und fanden auch unser Schlupfloch in ein ansonsten sehr gut abgeriegeltes Gebäude. Wir hatten keinerlei Idee, was uns darin erwartete. Unser erster Eindruck war, dass das Krankenhaus bereits ziemlich leer geräumt wurde, staunten dann aber nicht schlecht, als wir uns zuerst durchs Erdgeschosse bewegten und in einem stockdunklen Teil unsere Taschenlampen einschalteten. Alte Röntgengeräte und anderes leuchtete im Kegel unserer Lampen auf. Raum für Raum bewegten wir uns durch das totenstille Gebäude. Nur hin und wieder drangen Laute vom Leben rund um die Klinik zu ins hinein. Doch die Atmosphäre wirkte leicht surreal. 

Nach der Erkundung des Erdgeschosses wagten wir uns zuerst in den Kellerbereich, in dem wir die alte Küche, einen kleinen Speisesaal im 70er-Jahre-Ambiente, das ehemalige Bettenlager samt Wäscherei sowie die alte Pathologie stießen. 
​
Danach gingen wir in die oberen Stockwerke und erwarteten nicht mehr allzu viel. Wieder einmal unterschätzten wir den alten Komplex. Bis auf lange Gänge und eine alte Liege mit "Fake-Blut" schien alles recht gleich zu wirken, bis wir ein paar Mal um die Ecke bogen und ich nichts ahnend mit meiner Taschenlampe geradewegs in einen finsteren Raum hineinleuchtete - die Augen einer riesigen OP-Lampe reflektierten und dieser Anblick traf mich ganz unerwartet. Schnell holte ich meine Begleitung und wir fanden uns in dem großen Operationsbereich mit zahlreichen OP-Sälen wieder. 


Es war stockdunkel, doch irgendwie gelangen mir ein paar passable Fotos. Ganz versunken riss mich plötzlich das Rufen meiner Begleitung aus meinem Tun. Sie hätte laute, seltsame Geräusche gehört und würde stark danach klingen als wäre noch jemand im Gebäude. Ich folgte ihr ein Stück den Gang Richtung Geräuschquelle entlang und konnte allerdings nichts hören. Alles war still. so wollte ich umdrehen und mich weiter meinen Fotos widmen, da hörte ich ebenfalls ein ziemlich lautes Krachen, wie das Schlagen einer Tür. Dann verschwand es wieder. Wir beschlossen uns nicht mehr zu trennen und schnell unsere Fotos zu machen. Ich muss auch zugeben, plötzlich fand ich die stockfinsteren OP-Säle, die man zum Teil erst durch eine ebenso dunkle Schleuse mit kleinen Nebenräumen betreten musste, nicht mehr so einladend. Schließlich könnte hinter jeder Ecke jemand lauern, so schoss es mir zumindest damals ehrlich durch den Kopf. Vielleicht rächte sich nun auch mein überdurchschnittlich hoher Horrorfilmkonsum. Fest steht, das Gebäude war hermetisch verschlossen. Zu verschlossen, als das solch ein Lärm durch einen Windstoß hätte verursacht werden können - und das Geräusch klang anders. Fakt ist auch, ich hörte es nur einmal, meine Begleitung hingegen mehrfach und beschrieb es als unregelmäßiges, immer lauter werdendes Geräusch, als käme gleich jemand um die Ecke. Wollte uns jemand Angst einjagen und uns vertreiben? Oder doch nur der Wind? Wir werden es nie wissen. Ich kann jedenfalls sagen, dass dies eines meiner unheimlichsten Ereignisse überhaupt war, welches mir sogar jetzt noch, beim bloßen Gedanken daran, Gänsehaut verursacht.

The is not much information about the old hospital. We didn´t know if we would be able to enter the building, but we were lucky enough to found a loophole into a very well secured complex. We had no idea what to expect. Our first impression let us think that the hospital was completely empty. But we were totally wrong. We explored the main floor at first, which was pitch-dark. But the lights of our torches revealed old and forgotten X-rays and other medical apparatuses. Step by step we made our way through the deadly silent hospital. Only now and then we heard noises from the crowded streets around the clinic. But the atmosphere throughout the building was rather surreal.

After exploring the ground floor we dared to enter the cellar and found the old kitchen, a small dining room in the style of the 1970s, old storage rooms as well as the washhouse. And last but not least the old morgue.
​
After that, we decided to head for the upper floors without expecting a lot. Again we were proven wrong. Apart from long floors and a stretcher with fake-blood around it, everything seemed to be pretty empty. Until we walked around a corner and my torch accidentally lit a pitch-dark room - suddenly the eyes of a huge operating lamp reflected. Me and my fellow urbexer found ourselves in a huge operating department with numerous abandoned operating rooms. 


It was extremely dark, but somehow I managed to take a few photos. Suddenly I heard the calls of my companion. She told me that she had heard strange and loud noises. I followed her down the floor into the direction of the noises and tried to listen but couldn't hear anything. Just the moment I wanted to go back to my camera I heard a pretty loud noise, as somebody would be slamming doors and started to walk/run up the staircase. We decided to accelerate our stay and to only take a few captures more. We stood together and I have to admit, I was very glad about that, as suddenly I saw the op rooms with different eyes. Most of them were only to be entered through a dark corridor with dark side rooms. The best opportunity for someone hiding there. Maybe I have watched far too many horror movies... But it's a fact that the building was almost hermetically shut and the noise didn't sound like a door slamming due to the wind. It is also a fact that I heard the strange (and extremely) loud banging noise only once but my friend several times and described it as an inconstant and loud noise that increased immensely. Maybe someone was there and wanted to frighten us and force us to leave? Or only the wind after all? We will never know. I can only say that it has been one of the creepiest experiences I ever had in my "urbex-career" and it is still gives me the shivers as soon as I think about this incident.
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Bibertbahn

6/14/2025

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Die "Bibertbahn" war eine kleine Bahntrasse, die Nürnberg und Rügland im Landkreis Ansbach verband. Die Idee einer Bahnlinie, die durch den Bibertgrund führen sollte, entstand beireits in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts. Doch es sollte noch Jahrzehnte dauern bis diese Idee tatsächlich fruchtete. Erst nach jahrzehntelangem Hin und her begann dann im Jahr 1912 der Bau der Eisenbahnstrecke. Am 22. Mai 1914 war es dann so weit und der erste Zug fuhr von Nürnberg-Stein nach Dietenhofen (ab 1915 - Rügland). Am Folgetag begann dann der reguläre Betrieb. Im Laufe der Zeit kam es zu Streckenerweiterungen durch neue Haltestellen.

Ende der 1980er war die Strecke bereits stark zusammengeschrumpft. Am 26. März 1986 wurde dann die verbliebene Bahnstrecke Nürnberg-Stein nach Großhabersdorf stillgelegt. Lediglich der Güterverkehr verkehrte noch ein paar weitere Monate zwischen Stein und Leichendorf, bis schlussendlich auch dieser eingestellt wurde. Heute (2020) ist kaum mehr was von der Bibertbahn geblieben - außer ein paar Fragmenten. 

The "Bibertbahn" was a former railway track between the Middle-Franconian towns of Nuremberg and Rügland near the city of Ansbach in Germany. The idea to build a railway track leading directly through the so-called "Bibertgrund" (Bibert = small river in Middle Franconia, Southern Germany) had already been born in the '70s of the 19th century. But it was not before the year 1912 when the construction finally started. On the 22nd May of 1914 the first train drove between the stations Nürnberg-Stein and Dietenhofen (one year later, in 1915 it went until the final station Rügland). Regular operation started the very next day. During course of times, there were different expansions of the track by adding new stations.

​In the end of the '80s the line was significantly diminished and was finally closed on the 26th of March 1986. Only freight traffic was maintained on a small section few months longer. Today (in 2020) there are not many traces left of the  former Bibertbahn besides a few fragments. ​
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(eigenes Werk)
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Alter fränkischer Bauernhof

6/14/2025

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"Es flüstert durch die Mauern karg,
Als ging ein Geist auf stiller Fährte.
Der Mörtel blättert, morsch und karg."


(Annette von Droste-Hülshoff, "In einer Ruine")

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"I know this house isn't haunted, and I wish it were, I do;
For it wouldn't be so lonely if it had a ghost or two."
​

(Joyce Kilmer, "The House With Nobody In It")
In einer kleinen idyllischen Martkgemeinde liegt am Ortsrand ein altes Wohnstallhaus, dessen Fassade schwer von Verfall gezeichnet ist. Die vielen vorbeigezogenen Jahre der Vernachlässigung und der immer wiederkehrende Lauf der Jahreszeiten hat deutliche Spuren hinterlassen. Bröckelnd und schmutzbraun wirkt die Hülle des Hauses alles andere als vielversprechend. Doch wie so oft, zeigt erst der genaue Blick ins Innere was diese nicht zu zeigen vermag.

Sofort beim Betreten des Gebäudes schlägt einem ein starker Rauchgeruch entgegen, was von der im Erdgeschoss des Hauses befindlichen Räucherkammer herrührt. Für empfindliche Nasen liegt er in dieser fast unerträglich schwer in der Luft. Der jahrzehntealte Ruß hat den Wänden einen pechschwarzen Anstrich verpasst, was die Kammer noch einmal besonders unheimlich wirken lässt.

Eine wenig einladende Holztreppe führt in den ehemaligen Wohnbereich. Oben angekommen sind die Spuren des Verfalls omnipräsent. Löcher klaffen in der Decke und der Putz bröckelt von den Wänden. Alte Tapeten sind zum Teil ausgefressen und verblasst und sorgen doch für eine eigenartig wohnliche Atmosphäre. Hier und da blicken einem Augen entgegen, von Menschen, deren irdische Existenzen ebenso der Zeit zum Opfer gefallen sind wie ein Großteil des alten Hauses. In einem Raum findet sich etwa eine Fotografie von Soldaten des Artillerie-Regiments der Bayerischen Armee, der offiziellen Armee des Bayerischen Königreichs, aufgenommen im Jahr 1911 in Metz: "Zur Erinnerung an deine Dienstzeit". Also 7 Jahre vor dem Ende des Königreichs Bayern. Anderswo sitzt eine alte Puppe in der Ecke, die leer in den Raum starrt. Überall finden sich Zeugnisse der Zeit. Auf dem Dachboden eine alte Erinnerung an die "heilige Kommunion von 1916". Ein "Astrologischer Wegweiser" aus dem Jahr 1954, der für die kommenden zwei Jahre die Zukunft weisen sollte. Was diese wohl für die Person, die am 05. Februar 1929 geboren war, bereithielt? Hier noch ein Notizbuch aus dem Jahr 1957, dort ein Messeverzeichnis von 1954. Selten erhält man die Gelegenheit auf eine solche Zeitreise zu gehen. 

Einen seltsamen und plötzlichen Riss bekam diese Geschichtsreise durch die Entdeckung, dass in dem Haus noch die Stromversorgung funktionierte. So floss durch die nackte Glühbirne, die direkt neben einem klaffenden Loch, das den Blick in den Himmel gewährte, wahrhaftig noch Strom. Selbst die alte Melkmaschine im untersten Stockwerk ließ sich noch in Betrieb nehmen. Nur leider fehlte mindestens eine Kuh um von dieser Erkenntnis profitieren zu können. 

Was wohl der "Astrologische Wegweiser" zur Zukunft des alten Hofs sagen würde? ​
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At the fringe of a small picturesque town lies an old farmhouse which facade shows heavy signs of decay. It's the many years of neglect and abandonment that have been passing so far as well as the continuous change of seasons that have left visible traces. The dirty brownish and crumbling shell of the building makes it appear pretty uninviting. But as the old saying goes: don't judge a book by its cover.

As soon as you enter the house a strong odor of smoke instantly hits you. The reason of it is the old smoking chamber on the ground floor. Being inside the chamber is definitely a challenge for sensitive noses as the smell of the smoke lies heavily in the air. The soot residues have painted the walls pitch-dark which doesn't fail to create a somewhat uncanny feeling. 

​A hardly inviting wooden staircase leads to the upper floor where the former living area is located at. As soon as you have arrived safely upstairs and have made your first step the traces of decay are ubiquitous. The ceiling is full of holes and the plaster is crumbling down. Old wallpapers are fading away but their remnants still create a strange but still somehow cozy atmosphere. Now and then you involuntarily stare into eyes of people whose existence on this earth has ceased to be many years ago. Their derelict surroundings that dissolve more and more are eventually going to suffer the same fate. In one room there is, for example, an old framed photograph of soldier of the former Bavarian Army (the army of the former Bavarian Kingdom which ended in 1918). It was taken in Metz, France in 1911: "As Memory of Your Period of Service". Thus, it had been taken seven years before years before the fall of the Bavarian kingdom. Elsewhere leans a forgotten door against the bleak wall staring into empty space. Testimonies of time are everywhere. On the attic, there is a framed reminder of the "Holy Communion of the year of 1916". A magazine called "Astrologischer Wegweiser" (German for "The Astrological Guide") from 1954 promises to foresee the future of the following two years. That advice was obviously taken serious by a person who was born on the 5th of February 1929. Here a scrapbook from 1957 and a thick trade show directory from 1954. Ultimately, such a change of traveling back in time doesn't happen too often. 

A harsh interruption of this almost fairy-tale like time travel was provoked immediately by the sudden discovery of running electricity inside the building. It's hard to believe but the house is still connected to the power supply. Hence, there is this bizarre view of a naked light bulb hanging from the ceiling next to a big hole offering view to the sky. Even the old milking machine on the first floor is still running. Yet, there was at least one cow missing in order to gain something of this finding. 

I wonder what the future, according to the "Astrological Guide", may hold for the little farmhouse? ​
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Haus des Dr. F. - "Pechhütt'n" Fürth, Schwabacher Straße 53

6/14/2025

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Das kleine Haus in der Schwabacher Straße 53 im mittelfränkischen Fürth wurde in den 1830er Jahren im klassizistischen Stil errichtet und diente anfänglich zunächst als Ausflugsgaststätte. Im Jahr 1902 erfolgte dann eine Erweiterung des Gebäudes durch einen Anbau. Die Bewohner des Anwesens wechselten mehrfach. Der letzte, ein Zahnarzt, bezog das Haus bis in die 1980er Jahre und nutzte es zugleich als Privathaus sowie als Praxis. Seitdem steht das unter Denkmalschutz stehende Gebäude leer und ist dem Verfall und Vandalismus preisgegeben. 

Persönliche habe ich recht frühe Kindheitserinnerungen an dieses Haus, da es für mich schon immer irgendwie präsent war. Seit ich denken kann, stand dort also dieses kleine eher unscheinbare Anwesen, an dem deutlich der Zahn der Zeit nagte. Trotzdem stattete ich dem Anwesen erst Jahrzehnte später einen Besuch ab - das Tor stand mir offen. Wie ich in Erfahrung bringen konnte, wurde erst Anfang/Mitte der 2000er Jahren die Praxis, samt wohl ziemlich antiquiert wirkendem Behandlungsstuhl, geräumt. Um diesen sowie weiteres Mobiliar begutachten zu können kam ich also leider zu spät. Trotzdem war es ein besonderes Gefühl, das Haus zu erkunden. Leicht konnte man sich ausmalen, wie wohnlich es hier einst gewesen sein mag. Ein kleines Highlight für mich, war die alte Luftschutztür, die in den zum privaten Luftschutzraum umfunktionierten Keller führte. Dieser selbst war bis auf alte Konserven, die dort seit Jahrzehnten unangetastet stehen, weitestgehend leer. Der Garten des Anwesens gleicht mittlerweile einer Wildnis. Hier und da findet man im meterhohen Gras jedoch noch Relikte, wie etwa alte Gartenzwerge, die das Gelände noch immer zu bewachen scheinen. 

Das Gebäude, das im Volksmund auch "Pechhütt'n" genannt (vermutlich aufgrund einer in unmittelbarer Nähe des Hauses gelegenen Pechfabrik) wurde, war leider besonders in jüngster Zeit vom Pech verfolgt. So kam es im Innern des Hauses im März 2016 zu einem Mord an einem Obdachlosen, der in dem alten Gemäuer Unterschlupf suchte. Dank zweier Mädchen, die das Haus erkunden wollten, wurde die Leiche des Mannes auf dem Dachboden entdeckt. Nach anfänglichem Schreck und der darauffolgenden Flucht, da sie lediglich eine Gestalt am Boden wahrnahmen, die leblos erschien, kehrten sie jedoch kurz darauf zurück und das nicht ohne, was an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben soll, dem Mann Verpflegung mitzubringen. Doch leider mussten sie diesmal, als sie sich dem Mann näherten, eindeutig dessen Tod feststellen - später stellte sich heraus, das die Leiche des Mannes dort bereits einige Tage gelegen hatte. Immerhin gelang es der sofort danach eingeschalteten Polizei noch im selben Jahr das Verbrechen aufzuklären und die beiden Täter festzunehmen, die sich daraufhin vor Gericht zu verantworten hatten. Schlussendlich wurde nur einer der beiden Männer trotz vermutlich niederer Motive (Habgier), die nicht eindeutig bewiesen werden konnten, zu einer Haftstrafe von neuneinhalb Jahren wegen Totschlags (anstatt Mordes) verurteilt, der andere wurde mangels Beweisen freigesprochen. 

Im Folgejahr, 2017, kam es zu einem Brand im Haus, dessen Ursache jedoch im Dunkeln blieb. Seitdem ist das Haus schwer in Mitleidenschaft gezogen, wurde jedoch gewissenhaft versiegelt, um weiterer Zerstörung vorzubeugen. 
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Update: Im Jahr 2018 wurde auf dem Gelände mit dem Bau eines neuen Wohnareals begonnen. Das Haus an sich soll jedoch ohne den Anbau erhalten bleiben. 

2019 - Die Renovierungsarbeiten sind abgeschlossen.

The house in the Middle Franconian town of Fürth in Germany was built in the 1830s in classical style and was first used as pub. In 1902 the building enlarged. In the course of time, the house has seen many different inhabitants. The last person lived there until the 1980s. He was a dentist who as well lived and worked in it. The upper floor once housed the dental office. Since then, it has been abandoned and is now in a decaying state. 

I have early childhood memories when it comes to this building, as for me it has always been there and was the mother-in-all of the creepy haunted house in your neighborhood. Still, I haven't visited it until recently when it's doors stood widely open for me. I was told that the dentist office has been cleared, including an old-fashioned dentist's chair, about ten years before my visit. Thus, I had been definitely too late to find much interior left. But, it was still a pleasure to explore this place. It wasn't hard to imagine how cosy this home once was. For me, an extraordinary find was an old door that obviously led into an old cellar that was converted into a private air-raid shelter. Yet, the cellar itself was totally empty besides few old canned goods, that have been standing there in the dark for probably decades. The garden was pretty large and has been fully and jungle-like overgrown by now. Nevertheless, there are still old relicts hidden in the high grass like old garden gnomes that still seem to watch over the premises. 

The old house seems to be haunted by bad luck, at least in recent times. In 2016, the body of a homeless man was found inside the house by two girls who wanted to explore the building. After spotting the silhouette of a seemingly lifeless person on the floor of the attic, the two got frightened and started to flee the premises immediately. Yet, afterwards, they did something that shouldn´t be unmentioned. Shorty after their find, they finally returned with food in order to help the seemingly helpless person. Unfortunately, while approaching the person on the ground, they had to finally face the actual death of the man. As it was later revealed the body had been lying there for a few days. The police was called shortly after and began their investigation immediately which led to the arrest of two men in the same year. After standing trial, one of the two men was discharged, whereas the other one was convicted of manslaughter (his sentence: nine years and six months in prison). Greed was one of the probable motives.


One year after that horrible deed - in 2017 - a fire broke out on the premises. The cause is still unclear. Since then the house has been fully sealed in order to protect the building from further damage. 

Update: In 2018 the building of a new housing area was initiated. The old house itself is going to be saved and thus is planned to be renovated. 

2019 - Renovations works are completed. ​
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Burgruine Leonrod

6/14/2025

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"Gemächlich schwebt die Zeit hin über die Länder und über die Geschlechter,
​ und [zertritt] Städte [...] und [wirft] neue 
Wälder [hin] mit gleichgültiger Gebärde [...]."


(Jakob Wassermann, "Die Juden von Zirndorf")
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Etwas versteckt auf einem bewaldeten Hügel unweit eines kleinen Weihers finden sich die imposanten Überreste der ehemaligen Wasserburg Leonrod im gleichnamigen Ortsteil der Marktgemeinde Dietenhofen in Mittelfranken. Die Burg diente einst als Stammsitz des fränkischen Adelsgeschlechts der von Leonrod sowie als Garnerbenburg (ahd. "gan" = gemeinsam; eine von mehreren durch Erbschaft verbundene Familien bzw. Familienteilen gemeinsam bewohnte Burg.).

​Die Burganlage entstand durch die von Leonrod im 13. Jahrhundert aufgrund strategischer Überlegungen. So diente sie vorrangig dem Schutz einer bedeutenden Handelsstraße nach Nürnberg. Die dicken Mauern trotzten den vorbeiziehenden Jahrhunderten und am Ende sogar dem Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648), der ganze Landstriche verwüstet hinterließ, überstanden sie völlig unbeschadet. Doch gerade einmal drei Jahre lagen die Gräuel des Krieges zurück, da geschah das Unglück, das das endgültige Ende bedeuten sollte. So geschah es, dass im Jahr 1651 Rodungsarbeiten in der Nähe der Burg ihr den finalen Stoß versetzten. Durch Verbrennen wollte man unnötiges Gestrüpp entfernen. Allerdings geriet das entzündete Feuer völlig außer Kontrolle, griff auf die Burg über und ließ diese bis auf die Grundmauern niederbrennen. Seit des Vorfalls wurde die Anlage nicht wieder aufgebaut.

Das Geschlecht von Leonrod selbst existierte bis in das Jahr 1951 und ist seitdem erloschen. Der bedeutende Eichstätter Bischof, Franz Leopold Freiherr von Leonrod, der von 1867 - 1905 dieses Amt bekleidete, ist sicher einer der bekanntesten Angehörigen des Leonrod'schen Adelsgeschlechts. Im Eichstätter Dom befinden sich unter anderem die Grabstätte des Bischofs sowie diverse Darstellungen des Leonrod'schen Familienwappens. Die eigentliche Burgruine ist heute im Besitz einer Erbengemeinschaft, die sich auf dieses Geschlecht zurückführen lässt. ​

Hidden in the woods situated on a densely forested hill near a small pond lie the still impressive remains of the former water castle Leonrod in the same-named district of the small town Dietenhofen. The castle was the main residence of the noble family Leonrod, a Middle-Franconian noble house. It was also a so-called "Ganerbenburg" ("gan" = Old High German for "common") which means that several families connected by their descent lived inside the castle together.

​It was built in the 13th century in order to protect a very important trade route to Nuremberg (one of the most important trading centers of the Middle Ages). Centuries passed by and couldn't do any harm to the thick walls of the castle of Leonrod. It even survived The Thirty Years' War (1618 - 1648). It had only been three years after the end of the war and its atrocities when the proud history of the castle found a sudden end. It was the year 1651 and due to vegetation clearance the thickets and weeds near the castle were removed by burning. Yet, because of negligence a severe fire broke out, spread to the castle itself and burnt it down to ashes. Since then, the castle lies in ruins.

The noble house of Leonrod existed until the year 1951. One of the most famous members of the family was Franz Leopold, who was the Bishop of Eichstätt between the years 1867 - 1905. Today, his grave as well as numerous depictions of the family coat of arms can be found in the Eichstätter Dom (Cathedral of Eichstätt). After the extinction of the family, the ruin is today owned by a community of heirs who can be traced back to the original dynasty. ​
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Wappen der von Leonrod - Coat of arms of Leonrod
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(in the public domain)
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Kronacher Bunker, Fürth

6/14/2025

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"[T]he world broke just like glass.
​And everyone's trying to put it back together like it was,
but it'll never come together the same way." 
​

(Moira Brown, Fallout 3)
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“Nobody wants to be here and nobody wants to leave.”

"He walked out in the gray light and stood
and he saw for a brief momentthe absolute truth of the world.
The cold relentless circling of the intestate earth. Darkness implacable. [...]
The crushing black vacuum of the universe. [...] Borrowed time and borrowed world 
and borrowed eyes with which to sorrow it.”
​

(Cormac McCarthy, " The Road")

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Der Kronacher Hochbunker im mittelfränkischen Fürth, an der Ecke Kronacher Straße/Laubenweg, gelegen, fällt einem sogleich ins Auge. Aus massivem Stahlbeton und aus zwei Meter dicken Außenwänden bestehend, wurde er zur Zeit des Zweiten Weltkriegs (1941/42) errichtet. Eine Walmdachkonstruktion sowie ein turmähnlicher Anbau sollten dafür sorgen, dass der Bunker aus der Luft nicht als solcher zu erkennen war. So ähnelt der Bau von oben eher einer Kirche. Nach Ende des Krieges wurde dieser als Notquartier genutzt, vorrangig für Flüchtlinge aus den einst vom Deutschen Reich besetzten Gebieten Böhmen sowie des Sudetenlandes. Die Menschen, die dort Unterschlupft fanden, mussten dort in zu großen Teilen menschenunwürdigen Bedingungen hausen. 

Während der Zeit des Kalten Krieges wurde die gesamte Luftschutzanlage  dann zu einem Atomschutzbunker umfunktioniert. Dieser Bunker hätte letztlich 901 Personen Schutz bieten sollen. Wie bei ähnlichen Bauten hätten Menschen in einem solchen Bunker etwa zwei Wochen überleben können. Viel länger hätte man sich vor der radioaktiv kontaminierten Außenwelt nicht schützen können, da vor allem die Luftversorgung nicht mehr hätte aufrechterhalten werden können. Im speziellen Falle des Kronacher Hochbunkers, der während des Zweiten Weltkrieges problemlos Brandbombenangriffen hätte trotzen können, hätte dieser einer in der Nähe detonierten Atombombe niemals standhalten können. Von einem direkten Angriff durch einer solchen ganz zu schweigen. 

Bis zum Jahr 2007 wurde der Bunker noch offiziell als solcher betrieben und war somit Teil des Zivil- und Bevölkerungsschutzes des Bundes. Der heute denkmalgeschützte Hochbunker soll künftig zum Quartier von Fans des lokalen Fußballvereins Spielvereinigung Greuther Fürth (SpVgg Greuther Fürth) umgebaut werden (siehe https://fanbunker.de/). Hierbei soll jedoch ein Teil des ursprünglichen Zustands erhalten bleiben und museal genutzt werden. 

Als Kind übte der riesige Betonklotz, über dessen Zweck ich mir nicht wirklich im Klaren war, eine ungemeine Faszination auf mich aus. So passierte ich ihn unzählige Male beim Besuch meiner Oma, die nur wenige Häuser entfernt und somit unweit des Kolosses wohnte. Dieser wirkte nicht sonderlich heimelig, sondern eher so, als barg er ein dunkles Geheimnis. Aber natürlich wünschte ich mir unzählige Male einmal einen Blick hineinwerfen zu können. So oft ich auch versuchte mir vorzustellen, was sich wohl im Innern befinden würde, es gelang mir nicht. Letztlich erfüllte sich dieser Wunsch nun im Erwachsenenalter, als ich diesen im Rahmen einer Führung, organisiert durch den Verein Untergrund Fürth e. V., betreten konnte. War es am Ende annähernd wie in meiner kindlichen Fantasie? Nicht im Geringsten. Auf den ersten Blick wirkte er durch die vorhandene Stromversorgung gar freundlicher und doch so viel schlimmer. Vor allem, wenn man versucht sich vorzustellen, wie es einem im Ernstfall ergangen wäre. Zuerst sicherlich noch voll Überschwang erleichtert und froh, es überhaupt bis ins Innere geschafft zu haben. Und doch - was wäre geworden? Hineingeworfen in eine Schicksalsgemeinschaft, der am Ende nichts weiter geblieben wäre, als zwei Wochen lang ihrem eigenen Ende entgegenzusehen - harrend, zum Nichtstun verdammt und in einem Betonsarg eingesperrt. Wahrscheinlich wäre im Innern der absolute Wahnsinn losgebrochen, gemeinhin als "Lagerkoller" bekannt. Nicht grundlos bestanden etwa Geschirr und die Spiegel des Bunkers aus Plastik. Da bleibt nur die Frage, was hätten die, die zwei Wochen durchgehalten hätten, nach Öffnen der Bunkertür vorgefunden? Man kann nur spekulieren, doch vermutlich hätten die Überlebenden letztlich - frei nach Chruschtschow  zitiert - wohl wahrlich die Toten beneidet. ​

The former air-raid shelter Kronacher Hochbunker located in the German town of Fürth (at the corner of Kronacher Straße/Laubenweg) might appear like a huge eyesore. The bunker, mainly made of reinforced concrete (and with 2 m thick outer walls), was erected during WW II. (1941/42) in order to protect civilians of air-raids. A hipped roof as well as a fake tower construction were meant to conceal the true purpose of the shelter and - seen from the air - made it appear like a church. After the war, the bunker was used as housing for refugees from the areas that were annexed by the former German Reich before the war (mainly from Bohemia and Sudetenland). The living conditions inside the shelter were largely degrading. 

During Cold War the shelter was then converted into a fallout shelter which would have provided space and protection for 901 persons. Yet, like in similar objects, the people inside wouldn't have survived much longer than two weeks inside. After that the air supply wouldn't have lasted any longer and thus there wouldn't have been protection against the radioactive contaminated outside air any longer. Apart from that, especially the Kronacher Hochbunker which wasn't built underground, would have been totally destroyed during a nearby or even direct attack by an atomic bomb. There wouldn't have been any survivors. 

The today listed bunker was used as such until 2007 and thus was part of the civil defense program of Germany. Today, the shelter is being converted into a fan base of the local soccer club Spielvereinigung Greuther Fürth (SpVgg Greuther Fürth). Part of it is going to be preserved and used as museum (see also https://fanbunker.de/). 
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When it comes to the bunker I have many childhood memories. Thus, I passed by it on a regular basis when visiting my grandma who only lived few houses next to it. Of course, that pretty uncanny building didn't fail to captivate me. I tried to imagine how the interior might look like and still couldn't. It has been like an unsolved mystery to me until recently, when I finally got the chance to take a look inside during a guided tour. Was it anything like I had imagined it to be? No, it wasn't. At first glance, it appeared far more inviting than imagined, especially with running electricity but upon closer inspection and considering you would have to be one of the "lucky ones" who made it into the shelter in case of emergency, it was even worse. Imagine being part of a random group of people, united by destiny and with nothing left but waiting two weeks longer for everything to finally come to an end - awaiting your own, pretty certain death. Knowing about it. There was also a good reason for the fact that for example all the dishes as well as all mirrors inside the bunker were made out of plastic.  Imagine the bunker door finally being opened after two weeks. What would the people that were still alive have found? All that comes to my mind is a freely adapted quote from Khrushchev: it would be the survivors of a nuclear war that would envy the dead in the end. ​
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Mold House

6/14/2025

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"Breathing through his mouth, he found he could taste the air. It was the taste of an old, abandoned book; of a damp cemetery in autumn." 
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​(Ambrose Ibsen, "The Sick House")​
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Beim Betreten des alten Hauses hat man das Gefühl, als wüchse einem der Schimmel noch entgegen. Teppiche, Möbel und Wände sind durchtränkt von ihm. Nachdem die einstigen Besitzer gingen, hält zumindest er Einzug in dem Gebäude - von gelegentlichen Besuchern abgesehen. Solch eine extreme Ansammlung von diversen Schimmelkulturen ist sicherlich, wie der Ort an sich, einmalig. Die dick gepolsterten, pinken Sessel strahlen einem beim Betreten in all der Tristesse regelrecht entgegen. Die pink-grelle Farbe ist bereits durch all die Feuchtigkeit aus den Polstern gelöst worden und sickert nun allmählich in den mindestens ebenso feuchten Teppich ein. Der Verfall schuf hier jedenfalls ein durchaus farbenfrohes Meisterwerk, das im gesamten Haus zu bestaunen ist. So ist alles allmählich in seiner Auflösung begriffen. ​

Upon entering the old house it seems as the mold's growing towards its visitors. Carpet, furniture as well as the walls themselves are saturated by all the mold growing within. The former residents left their home long time ago. Yet, at least the mold´s been growing happily. Such an enormous accumulation of mold of all kinds is probably pretty unique. So is the place. The upholstered furniture in bright pink colors really glowing within the tristesse of the house itself. The pink has already been dissolved out of the upholstery soaking into the moist carpet. Decay has definitely created a colourful masterpiece, which might be admired in the whole building. Everything is captured in the process of being dissolved sooner or later. ​
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Nathanstift Fürth

6/14/2025

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Das Nathanstift in Fürth wurde nach seinem Gründer Alfred Louis Nathan benannt. Um die Jahrhundertwende stiftete dieser der Stadt das Spital aufgrund der hohen Säuglingssterblichkeit (1905 lag diese bei 28,7% in Fürth und stellte somit die höchste in ganz Bayern dar). 

Noch heute stellt es die bekannteste und eine der bedeutendsten Stiftungen der Stadt Fürth dar. Diese wiederum bedankte sich bei Nathan dafür mit einer Ehrenbürgerschaft. Dank des in der Tannerstraße gegründeten Nathanstifts konnte tatsächlich bald darauf ein deutlicher Rückgang der Mortalitätsrate von Säuglingen verzeichnet werden.
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Im Jahr 1967 wurde das ursprüngliche Stiftsgebäude nicht mehr genutzt und zur Schule umfunktioniert. So wurde am zentralen Stadtkrankenhaus die Geburtshilfe eingerichtet und ein Neubau, der als Kinderklinik diente, nebenan erbaut. Im Jahr 2016 begann man nach einigen Jahren des Leerstands und der Teilnutzung des Gebäudes für künstlerische Zwecke mit dem endgültigen Abriss. 

Für mich persönlich war die Erkundung der alten Kinderklinik (die nun komplett im Stadtkrankenhaus zu finden ist) eine kleine Besonderheit. Denn genau in diesem Gebäude verbrachte ich - als Frühchen auf die Welt gekommen - die ersten Wochen meines Lebens. Genau genommen, im obersten Stockwerk des Spitals und somit über den Dächern meiner Geburtsstadt. Auch wenn meine Erinnerungen selbstverständlich mehr als vage sind, nämlich schlichtweg nicht vorhanden, stellte der Besuch der Klinik für mich etwas ganz Besonderes dar. Ich genoss den Ausblick über die Dächer der Stadt - diesmal in vollem Bewusstsein. Ein einmaliger Blick, den es so bald für Niemanden mehr geben wird. 

Noch heute wird jeder Fürther, der im Klinikum Fürth das Licht der Welt erblickt, im "Nathanstift" geboren. Seit 2010 trägt neben der Kinderklinik und Geburtshilfe die gesamte Frauenklinik des Klinikums den Namen der Stiftung und erhält Fördermittel aus dieser. ​

The children's hospital "Nathanstift", named after its founder Alfred Louis Nathan, was given to the city of Fürth at the beginning of the turn of the century, in order to end the high infant mortality in town. The foundation was one of the most important ones in the history of the city of Fürth ever.  Mr. Nathan was thanked by honorary citizenship. 

At the end of the 1960s the former building of the hospital was converted into a school. The midwifery was trans-located to the general hospital of the city of Fürth and next to it a new building was erected, which housed the children´s hospital from this moment on. Now, the children's clinic has totally moved into the building of the general hospital.

Personally, visiting the old children's hospital was a very personal experience to me this time, as I, a premature baby, had to spent the first weeks of my life in this facility - on the top floor and high above the rooftops of my native town. Of course, my memories of this stay can't even be described as "vague", as I simply have none at all. Yet, my exploration of this place will always remain special to me. I really enjoyed the view across the city -  consciously this time and probably as one of the last ones who received this opport
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Backstube Jacobs

6/14/2025

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“I looked down at the loaves on the baking stone, which, just as before, carried in their crusts
the overwhelming illusion of dark eyes, upturned noses, fissured mouths.[...]

Their eyes squinted merrily and their mouths curled into ragged, jack-o'-lantern grins.
The bread knife was the solution to all my problems.
​I sawed and sawed and sawed until the faces were no more."


(Robin Sloan, "Sourdough")

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Anno 1958. Die wöchentliche Bestellung lautet wie folgt: 20 Liter Frischmilch und 20 Liter Buttermilch. Insgesamt 6 DM. Im Monat Juli '58 entstanden dem Bäcker für diese Milchprodukte insgesamt 24 DM an Kosten. Betrag dankend erhalten ist unter der Rechnung vermerkt.

Nichts weiter als die Milchbestellung eines Bäckermeisters und doch ein Stück Zeitgeschichte. Weitere Quittungen und Rechnungen liegen auf einem kleinen Tisch verteilt. Die meisten ebenfalls aus den späten 50er Jahren. Die Zeit scheint still zu stehen Seit dem Zweiten Weltkrieg ist gerade einmal ein Jahrzehnt vergangen. Doch in Deutschland war eine bessere Zeit angebrochen - man befand sich in den Aufbaujahren. Der Zeit des Wirtschaftswunders. Die Kriegstraumata wollte man möglichst hinter sich lassen oder man verdrängte eben. Nun sollte der neue Wohlstand gelebt werden. Es wurde konsumiert - und gebacken. In der kleinen Bäckerei zwar nicht unbedingt für die Massen - so war es doch vor allem der Massenkonsum, der plötzlich en vogue wurde. Aber das macht die alte Backstube nicht weniger interessant. So ist sie eher ein Beispiel für den kleinen Dorfbäcker, der in der Regel auch ein beliebter Treffpunkt im Dorf war.

​Betritt man den Verkaufsraum im Erdgeschoss so könnte man meinen, man sei in einem Museum gelandet. Die kleine, antiquiert wirkende Verkaufstheke, die Werbung für Jacobs Kaffee auf einem einfachen Holzschild. Die Zeit scheint wie eingefroren. Doch die Auslagen bleiben leer und der alte Ofen im Backraum kalt. Wann hier für immer das letzte Brot gebacken wurde ist nicht eindeutig zu sagen. Schätzungsweise in den 70er - 80er Jahren dürfte der Betrieb endgültig eingestellt worden sein. So gibt es die originale Eszet-Schokolade, wie Werbung für diese am Fenster der Bäckerei zu finden ist, seit 1975 nicht mehr und der alte Haribo-Aufkleber, der auf eine "kinderfreundliche Bäckerei" am Eingang hinweist, dürfte Recherchen zufolge aus den '80er Jahren stammen.

Anno 1958. Once a week the order goes as follows: 20 liters of fresh milk and 20 liters of buttermilk. 6 DM ​ ("Deutsche Mark", former German currency) in total. In the month of July '58 the baker had to pay 24 DM for the order of those dairy goods. Payment received is noted on the invoice. 

It doesn't seem much more than the average milk order of a baker. yet it's become a piece of history. There are many more receipts and invoices scattered around on a small table. Most of them date back to the late '50s as well. Time seems to stand still. It's not more than a rough decade since WWII. has ended. Yes, in Germany a better era has started to blossom. It was the time of the German Wirtschaftswunder (literally "economic miracle"). People wanted to forget all the traumatic war experiences or at least tried to suppress them. It was the time of wanting to live and embrace the new prosperity. It was the time of consumption - and baking. Even if it was specially mass consumption that had become in vogue, ​it doesn't make the small bakery less interesting. It is more of an example for the typical small bakery that was the meeting place of the local community. 

Upon entering the sales area on the ground floor it feels like being right in the middle of a museum. The small and old-fashioned sales counter as well as the old "Jacobs" coffee advertisement on a plain wooden sign. Time seems to stand still completely. Yet, the shelves stay empty and the oven stays cold. Whenever the last bread might have been baked cannot be told for sure. Probably, the small bakery was shut down for good in the '70s - '80s, as for example, the old advertisement of "Eszet chocolate" in one of the bakery's windows indicates. Since the production of Eszet was stopped in 1975. And then there is the old Haribo sticker on the front door that welcomes you to a "children-friendly bakery" and which can be dated back to approximately the 1980s. ​
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Die alte Friedhofskapelle

6/14/2025

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"When you walk through the storm hold your head up high and don’t be afraid of the dark.
At the end of the storm is a golden sky and the sweet silver song of a lark.
Walk on through the wind, walk on through the rain, though your dreams be tossed and blown.
Walk on, walk on with hope in your heart and you’ll never walk alone. You’ll never walk alone."


(Oscar Hammerstein II)


Die kleine Friedhofskapelle war ein reiner Zufallsfund. Etwas abgelegen in einer an sich ohnehin eher einsamen Gegend, doch auf einem offensichtlich gepflegtem Gelände, befindet sie sich. Kaum fällt sie dem zufällig Vorbeikommendem ins Auge. Nur wer genau hinsieht, sieht sie am Ende eines Weges, der von Bäumen gesäumt ist. Aus diesem Grund ist sie vermutlich noch heute so gut erhalten. 
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Man nähert sich einem ruhigen Ort. Eine alte Metalltür, die in den Keller führt, ist nur angelehnt. Beim ersten Blick ist es stockdunkel. Ich behalte diese Tür im Hinterkopf, betrete erst einmal die eigentliche Kapelle. Sobald wird klar, die Kapelle war keine der gewöhnlichen Gotteshäuser, sondern diente ausschließlich Begräbnisfeierlichkeiten. Man tritt sogleich in einen kleinen, gefliesten Raum, der offensichtlich der Waschung und der Aufbahrung der Toten diente. Danach gelangt man in den eigentlichen Hauptraum der Kapelle, der für die Beerdigungszeremonien genutzt wurde. Ein alter, mitgenommener roter Teppich liegt noch im Raum und ein aufgemaltes Kreuz thront noch immer an der Wand. Im Dachgeschoss befinden sich offensichtlich Räume, die dem Personal bzw. den Bestattern zum Aufenthalt dienten. 

Während meine Begleiter noch ihre Fotos in der Kapelle machten, fiel mir die Metalltür wieder ein und ich machte mich auf den Weg in den Keller, mit einem etwas mulmigen Gefühl, da ich mittlerweile wusste, welchem besonderen Zweck diese Kapelle einst diente. Kaum hatte ich mich durch die Tür gequetscht, konnte ich nun im Schein meiner Taschenlampe eine Konstruktion erkennen, die offensichtlich dafür genutzt wurde, Leichname die Treppen hinauf und hinab zu transportieren. Irgendjemand hatte ein altes, abgebrochenes Kruzifix darauf platziert. Ich stieg die Treppen in den stockdunklen Keller hinunter, bog um die Ecke und stand in dem ehemaligen Leichenkeller der Kapelle. Eine Schürze hing noch fein säuberlich an der Tür, ein altes Holzkreuz lehnte an der Wand, Utensilien, die einst zur Pflege der Toten genutzt wurden, waren ebenfalls noch verstreut im Raum zu finden. Im Nebenraum befand sich die ehemalige Leichenkühlkammer (übrigens fest verschlossen), ein Stück weiter lagerten alte Sargdeckel. Allmählich gewöhnten sich die Augen auch an die Dunkelheit und das von Draußen einfallende Licht ließ den Ort etwas weniger unheimlich erscheinen. 

Als meine Freunde dann ebenfalls hinzukamen und in den finsteren Keller hinabstiegen, verließ ich ihn und setzte mich draußen, an einem schönen Herbsttag, auf die alte steinerne Bank vor der Kapelle und spürte die Ruhe dieses Ortes. Sicher hätte dieser einiges zu erzählen, könnten seine Wände sprechen - von Trauer und Abschied. Doch die beruhigende Stille und die Lage dieses Ortes kamen selbst mir, als zufällig Vorbeiziehender, sehr tröstlich und friedlich vor. 

The small funeral chapel was an accidental find. The chapel is located a bit seclusively in an area which is off the beaten track anyway. But the area around it appears to be pretty neat. The chapel hardly catches anybody's eye. Only a few people might spot it. That might be the reason why the small church is still in a pretty good condition. 

After all, you approach and explore a very peaceful place. A metal door, that leads into the cellar is half-open. You can't see anything but darkness. I walk by the door and enter the chapel from behind through an open door. As soon as I had entered the chapel, It appeared to me that this place wasn't an ordinary chapel. It was obviously used as a funeral chapel. The first room you'll enter is a tiled room, which was apparently used for washing and preparing the bodies before burial. After that you´ll reach the actual chapel. which was used for funeral ceremonies. An old, red carpet is still lying around and a big cross is still painted on the wall. In the attic you will find the former staff rooms. 
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While my friends were taking their photos in the chapel, I remembered the door leading into the cellar. So I went to explore the cellar on my own. Cellars have never been my favorite place but after knowing about the purpose of this chapel it definitely didn't help to feel better. I had barely squeezed through the door when I saw the construction on the stairs, which was obviously used for the transportation of the bodies up and down the stairs. Someone had placed a broken crucifix on it. I went down the stairs following them into the pitch-dark cellar. I was right in the middle of the former morgue of the chapel. An old apron was hanging on the door, a wooden cross leaning against the wall. Even old utensils for preparing the bodies. In a side room was the former cooling room with the mortuary refrigerator (tightly closed). In the next small room you could find old coffin lids.  My eyes became gradually adjusted to the darkness, which let the place appear less scary. 

When my friends started to capture the cellar, I waited on an old stone bench. It was a wonderful autumn's day. I really felt the tranquility of this place. If these walls could talk, this place could tell many stories of grief and goodbyes. Yet, the peacefulness and the location of this place even comforted me. ​
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